Kommunalinfo

Unkonventionelles Erdgas

Liebe Interessierte an unkonventionellem Erdgas in NRW,

gerne möchte ich über aktuelle Entwicklungen im Bereich unkonventionelles Erdgas informieren.

Erlass zu Fracking konkretisiert Moratorium

Bis zum Vorliegen der NRW-Studie zu den Risiken und Umweltauswirkungen einer Förderung von unkonventionellem Erdgas werden mögliche Anträge bei der Bezirksregierung Arnsberg nicht entschieden. Darauf hatten sich alle Beteiligten im Frühjahr dieses Jahres geeinigt. Von dieser Regelung waren bisher jedoch alle bergbaulichen Anträge auf Bohrungen betroffen, auch wenn sie nicht in Zusammenhang mit der umstrittenen Fracking-Technologie standen. Mit einem Erlass definiert nun die Landesregierung die Anträge, die nicht unter das Moratorium fallen. So können nun wieder Geothermiebohrungen bis 1000m Tiefe und die Aufsuchung und Gewinnung von Grubengas ohne hydraulische Behandlung des Untergrundes beantragt und genehmigt werden. Aufsuchungstätigkeit im Rahmen von unkonventionellem Erdgas können nur getätigt werden, wenn das Unternehmen keine Bortätigkeiten unternimmt, in denen das umstrittene Fracking geplant, direkt oder indirekt vorbereitet oder technisch möglich ist. Der umstrittene Einsatz von giftigen Chemikalien zum hydraulischen Aufbrechen des Gesteins wird also nach wie vor zurzeit in NRW nicht genehmigt. Der vollständige Erlass kann hier abgerufen werden. Eine Pressemitteilung des Wirtschafts- und des Umweltministeriums kann hier nachgelesen werden.

 

Experten warnen vor Risiken bei der Förderung von unkonventionellem Erdgas

Bei der am Montag stattgefundenen Expertenanhörung im Umweltausschuss des Bundestages wurden erhebliche Bedenken bezüglich einer Umweltverträglichkeit der unkonventionellen Erdgasförderung deutlich. Der Großteil der Experten äußerte erhebliche Bedenken beim Einsatz giftiger Chemikalien für den Trinkwasserschutz. Eine Zusammenfassung der Dokumentationsstelle des Bundestages ist hier zu finden. Eine Übersicht und Linkliste der eingegangenen Stellungnahmen ist hier zu finden. Eine Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer dazu kann hier nachgelesen werden.

 

Studie des Bundesumweltministeriums zu Fracking vergeben

Das Bundesumweltministerium hat nun die von Umweltminister Norbert Röttgen angekündigte Studie in Auftrag gegeben. Bereits im Frühjahr sollen die ersten Ergebnisse vorliegen. Damit kommt Herr Röttgen der großangelegten Studie der NRW Landesregierung zuvor, die erst im Sommer 2012 vorliegen wird. Ausdrücklich sollen bei der Bundesstudie die Ergebnisse des Exxon.Mobil-Dialogprozesses in die Erarbeitung der Ergebnisse mit einfließen. Durch die zeitliche Vorgezogenheit der Studie können die Ergebnisse der umfangreicheren NRW-Studie nicht oder nur teilweise berücksichtigt werden.  Dabei werden nicht nur wichtige Aspekte ausgelassen, die das Bundesumweltamt in seiner Stellungnahme nennt, sondern berücksichtigt auch nicht Erkenntnisse aus anderen Ländern, die wesentlich mehr Erfahrung mit der Technologie des Hydraulic Fracturing haben. Kritik dafür kam daher insbesondere von den BürgerInnen vor Ort. Deren Stellungnahme und der Vergleich zwischen der Bundesstudie und der NRW-Studie kann hier nachgelesen werden. Mit Recht fordern die Bürgerinnen und Bürger eine objektive, fundierte und langfristig angelegte Untersuchung dieser in Deutschland noch relativ neuen Technologie. Die Studie der Bundesregierung wird, basierend auf den Ausschreibekriterien, hierzu jedoch vermutlich kaum einen Beitrag leisten können.

 

Verband der Gas- und Wasserwirtschaft warnt vor Erdgasbohrungen

In einem Positionspapier fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der über 1.800 Unternehmen vertritt, eine generelle UVP-Pflicht für Fracking. In Wasserschutzgebieten soll eine Förderung von unkonventionellem Erdgas mittels der Fracking-Technologie gänzlich ausgeschlossen werden. Damit positioniert sich bemerkenswerterweise der Verband, der die Interessen von 90 Prozent des Erdgasabsatzes in Deutschland vertritt, kritisch zu dieser Technologie. Das ausführliche Positionspapier ist hier herunterladbar.

 

Evangelische Kirche Westfalen NRW lehnt Fracking ab

Auch die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) lehnt Fracking als Methode zur Erdgasgewinnung ab. Die Landessynode als höchstes Entscheidungsgremium hat den Bestrebungen, „nach unkonventionellen Gasvorkommen zu suchen und diese durch das sogenannte hydraulic fracturing (Fracking) zu erschließen“, bei der Tagung der Landessynode am 18.11.2011 eine klare Absage erteilt. In Deutschland solle wie in Frankreich ein konsequentes Fracking-Verbot gelten.

 

Falls Sie weitere Informationen benötigen oder Fragen haben, wende Sie sich gerne an mich!

 

Herzliche Grüße,

Wibke Brems