Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012


Es ist keine neue Erkenntnis, dass in Europa, aber eben auch in NRW, große demografische Umbrüche stattfinden und dadurch der Anteil der älteren Menschen in den kommenden Jahrzehnten drastisch ansteigen wird. Diese Entwicklung stellt erhebliche Anforderungen an eine neue Politik für ältere Menschen auf der Landesebene, ebenso wie in den Kommunen.

Deshalb und anlässlich des „Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ der EU, haben Grüne und SPD gemeinsam einen Antrag eingebracht mit dem Ziel bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Teilhabebedingungen für die wachsende Anzahl älterer Menschen zu schaffen und ihnen dabei zu helfen, eine aktive Rolle in der Gesellschaft einzunehmen sowie gesundes Altern zu fördern.

Zentrales Element der Landespolitik muss dafür die Einbindung aller betroffenen Akteure und der wissenschaftlichen Einrichtungen sein. Nur mit ihnen wird es möglich sein, angemessene Konzepte für eine alternsgerechte Gestaltung von Wohnquartieren zu entwickeln, die ein aktives, selbstbestimmtes und sozial integriertes Leben ermöglichen. Die Konzepte sollen sich dabei an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und kultursensibel und geschlechtergerecht ausgerichtet sein – frei von Diskriminierung, aber sensibel für Unterschiede.

Die sozialen und kulturellen Potenziale der älteren Menschen, insbesondere auch derjenigen mit Zuwanderungsgeschichte, müssen stärker genutzt und diese in die Teilhabeprozesse in allen gesellschaftlichen Bereichen einbezogen werden. Rahmenbedingungen für ein gesellschaftliches Engagement älterer Menschen sind hierbei genauso wichtig wie die altersgerechte Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen.

Es bedarf weitreichender Strategien, um Altersarmut und sozialer Isolation entgegenzuwirken. Notwendig ist es, dass die soziale Infrastruktur auch von Menschen mit geringen Einkünften in Anspruch genommen werden kann. Schließlich müssen im Land, wie auch in den Kommunen, die europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien und die Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) umgesetzt und eingehalten werden.

Auch wenn der Fokus der Konzepte auf den lokalen Anforderungen liegt, dürfen wir den Blick auf das gemeinsame Europa nicht vernachlässigen. Daher gilt es auch, europaweit vergleichbare Rahmenbedingungen zu schaffen und den Austausch gelungener Maßnahmen durch eine besserer Vernetzung der Staaten zu betreiben.

Nur wenn es gelingt, den Wunsch älterer Menschen auf ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben im eigenen Wohnumfeld zu erfüllen und zugleich die Ressourcen des bürgerschaftlichen Engagements aller Generationen zu nutzen, werden wir die Auswirkungen des demografischen Wandels auf unsere Gesellschaft bewältigen können.

 

Die Rede von Stefan Engstfeld MdL